Die moderne Familie ist nicht wie die früherer Zeiten hierarchisch aufgebaut. Partnerschaftliches Miteinander sollte die Grundlage einer modernen Familie sein. Die wichtigste Bedingung hierfür ist das offene Gespräch. Doch nicht allen Menschen fällt es leicht – nicht einmal in der Familie – über Sorgen und Ängste, eigenes Versagen, offen zu reden.

Bereits bevor aus einem Paar eine Familie wird, sollte das Gespräch zur Grundlage und Gewohnheit gemacht werden. Nur, wo Probleme offen auf den Tisch kommen, können sie auch gelöst werden. Nur, wer spricht, wird nicht allein gelassen. Paare sollten bereits darüber klar sein, dass ihre Partnerschaft und später die Familie der Ort ist, wo am ehesten über alles geredet werden und einander auch geholfen werden kann.

Gespräch braucht Zeit. Zeit ist das, was viele Menschen heute am wenigsten haben. Deshalb sollten gerade in der Familie feste Rituale geschaffen werden, wo die Familie zusammenkommt und auch Raum für Gespräche, Sorgen und Fragen ist. Mindestens eine Mahlzeit sollte von der Familie gemeinsam eingenommen werden. Danach sollte Zeit zum Reden sein. Oft engen Familien selbst solche wichtigen Freiräume ein. Nach dem Abendessen wird der Fernseher eingeschaltet oder jeder verschwindet in seine eigenen Beschäftigungen. Meist reicht es, danach noch für 20 Minuten zusammenzusitzen und zu reden.

Tauchen Probleme auf, bei den Eltern oder bei den Kindern, sollten diese Vorrang vor anderen Dingen haben. Jedes Familienmitglied sollte spüren, dass es mit seinen Sorgen nicht allein gelassen wird. Selbst wenn nicht jedes Problem gleich gelöst werden kann, es erleichtert, wenn es auf breitere Schultern gelegt werden kann.